Das Euro-Dilemma geht weiter
Der griechische Schuldenschnitt war erfolgreich, die Kreditausfallversicherungen (CDS) haben das Finanzsystem nicht gekippt, die Börsen sind stabil; doch ausruhen kann sich Euroland noch lange nicht. Noch immer sind die Grundprobleme der heterogenen Eurozone vorhanden und nach wie vor ist keine Lösung in Sicht. Das Problem, dass die südeuropäischen Staaten nebst Irland weiterhin eine schwächere Währung zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit benötigten, während Deutschland mit einem boomenden Export, sinkender Arbeitslosigkeit und nun auch noch einer erstarkten Binnenkonjunktur nicht nur höhere Zinsen, sondern auch eine deutlich höhere Währung rechtfertigen würde, existiert weiterhin. Die Europäische Zentralbank steckt in der Klemme: soll sie doch in allen Eurostaaten das Wachstum ankurbeln und die Inflation auf einem gemäßigten Niveau halten.
Der Spagat aus billigem Zentralbankgeld (erst kürzlich stelle die EZB den europäischen Banken zum zweiten Mal eine halbe Billionen Euro zu Kosten des Leitzinsniveaus für 3 Jahre zur Verfügung) sowie einem mehr oder weniger schwachen Außenwert des Euros, der deutsche Exporte in der Welt begünstigt, aber nach wie vor zu stark ist um angeschlagene Staaten wie Griechenland auf die Beine zu helfen, ist groß.
Sicherlich, in einer bestehenden Transferunion würden die Gelder einfach intern umverteilt werden, man siehe dazu den deutschen Länderfinanzausgleich. Jedoch ist das wirtschaftlich durchaus verwobene Europa von solch politischer Einigkeit sehr weit entfernt. Zu stark sind nationale Interessen, dazu muss man nur die Kommentare deutscher Zeitungen mit denen Griechenlands vergleichen.
Dazu passt die Meldung milliardenschwerer Überschüsse im deutschen Sozialsystem und den Meinungen dazu, die Beiträge zu senken. Besser sollten diese Überschüsse im System gehalten und für schwere Zeiten beiseite gelegt werden. Dies hätte nicht nur eine größere Stabilität für den Beitragszahler zufolge sondern eben auch den Vorteil, in einem alternden Land Reserven für die Zukunft anzulegen… und zu allem Überschuss die deutsche Wirtschaft nicht noch stärker anzuheizen, wenn sie es gar nicht nötig hat.
Dieser Artikel wurde am 13. März 2012 um 11:28in den Kategorien Geld, Wirtschaft veröffentlicht. Sie können unsere neuesten Artikel über unseren RSS 2.0 Feed verfolgen. Hinterlassen Sie auch gerne eine Antwort zu diesem Artikel , oder den Trackback zu Ihrer Seite.

Pingback: NileNews.tv – mehr hinterfragen – Italien will sich 2012 satte 440 Milliarden Euro leihen