Italienische Justiz nimmt S&P ins Visier
Gegen die amerikanische Rating Agentur S&P liegt der Verdacht vor, die Herabstufung von Italiens Bonitätsnote missbraucht und vor der offiziellen Verkündung Insiderinformationen herausgegeben zu haben. Die Mailänder Geschäftsräume der Agentur wurden vergangene Woche durchsucht.
Der Anwalt von S&P sagte, dass diese Untersuchung im Zusammenhang mit den bereits im August vergangenen Jahres eingeleiteten Ermittlungen stünde. Wegen ungewöhnlicher Kursbewegungen an der Mailänder Börse wird gegen S&P ermittelt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters liegt ihnen jedoch ein Gerichtsdokument über die Ausweitung der Ermittlungen vor. Ebenfalls untersucht werden laut Staatsanwaltschaft die Kurseinbrüche am 8. und 11. Juli 2011. Es besteht der Verdacht auf kriminelle Machenschaften. S&P bestreitet dies: “Wir werden unser Handeln, unsere Reputation sowie die unserer Analysten energisch verteidigen.”
Im süditalienischen Trani haben zwei Verbraucherverbände Strafanzeige gegen S&P und Moody`s eingereicht. Es wird gegen einen Bericht der Agentur Moodys`s vorgegangen, der vor einem Überschwappen der Finanzkrise Griechenlands auf italienische Banken warnt. Die Anzeige gegen S&P betrifft deren Drohung im Mai vergangenen Jahres, die Kreditwürdigkeit Italiens herabzustufen. In Italien und Deutschland gibt es derzeit eine heftige Diskussion über die zu große Macht der US-Rating Agenturen. Am 13. Januar hatte S&P die Kreditwürdigkeit Italiens und anderer Euro-Staaten herabgestuft, die Spitzennote von Deutschland wurde bestätigt.
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